Schmelzpunkt: 156,6° Celsius
Spezifisches Gewicht: 7,31g/cm3
Farbe: silberweiß-glänzend
Siedepunkt: 2080° Celsius
HISTORIE:
Indium wurde 1863 von F. Reich und H. Richter in einer Freiberger Zinkblende mit Hilfe der Spektralanalyse entdeckt, als diese nach Thalium suchten, das 2 Jahre vorher entdeckt wurde. Sie gaben dem neuen Metall den Namen Indium nach der indigo-blauen Linie im Spektrum. Indium blieb nebenmetalltypisch über ein halbes Jahrhundert nur von wissenschaftlichen Interesse bis man in den 1930er Jahren in der Lage war Indium in hoher Reinheit herzustellen. Eigenständige Indium–Mineralien sind kaum von Bedeutung. Typischerweise findet man Indium in komplexen sulfidischen Erzen wie Zinkblende oder Kupfersulfiden. Die Weltindiumproduktion belief sich 2006 auf ca. 350 bis 400 t mit China als größtem Produzenten. Recycling: Indium wird aufgrund der Vielfältigkeit der Indiumanwendungen und insbesondere der indiumhaltigen Legierungen nur in eingeschränktem aber steigendem Umfang recycelt.
EIGENSCHAFTEN:
Indium ist ein sehr weiches gut formbares silbrigglänzendes Metall. Indium lässt sich deshalb hervorragend zu Drähten und Folien verarbeiten. Je reiner Indium ist, je weicher werden die Drähte und Folien. Flüssiges Indium zeichnet sich durch ein hohes Benetzungsvermögen aus. Indium-Verbindungen weisen teilweise Halbleitereigenschaften auf. Der Abstand vom Schmelzpunkt bis zum Siedepunkt (156 °C - 2 000 °C ) gehört zu den größten bei Metallen.
HEUTIGE VERWENDUNG/BEDARF:
Indium fand seine erste bedeutende Anwendung als Indiumbeschichtung von hoch beanspruchten Lagern in Triebwerken (auch als Blei – Indium –Legierungen für weniger beanspruchende Verwendungen). In der Lagerbeschichtung ist Indium auch heute noch gefragt. Indium findet seither ein immer weiteres Anwendungsspektrum im Hightechbereich vom Dichtmittel (z.B. Vakuum- bzw. Cryotechnologie,)über Indium als Kleber bis zu Indiumanwendungen in der Halbleiterindustrie und als Bestandteil von Flachbildschirmen und Touchscreens. In den dünnen flexiblen Solarzellen der Kupfer-Indium-Galliumtechnologie öffnet sich eine neue nachfrageintensive Anwendung für Indium. Nicht zu vergessen Indium als wesentlicher Bestandteil der boomenden LEDs. Indiumoxid beschichtete Gläser halten Infrarotstrahlen zurück. Biegt man erstarrtes Indium, ist ein kristallines Knirschen zu hören.




