Wenn Kriegsspiele Wirklichkeit werden: Vorbereitungen auf einen Iran-Angriff

Prof. Michel Chossudovsky

Vor dem Hintergrund anhaltender Kriegsspiele auf beiden Seiten sind bewaffnete Feindseligkeiten zwischen der von den USA und Israel angeführten Koalition und dem Iran nach Einschätzung israelischer Militärexperten »gefährlich nahegerückt«.

Es ist über die Umgruppierung von zuvor in Afghanistan und dem Irak stationierten Soldaten hinaus zu großangelegten Truppenverlegungen in Richtung Mittlerer Osten gekommen.

9.000 amerikanische Soldaten wurden nach Israel verlegt, um dort an dem, wie es in der israelischen Presse heißt, größten gemeinsamen Luftverteidigungsmanöver der israelischen Geschichte teilzunehmen. Erklärtes Ziel dieses Manövers ist es, die zahlreichen israelischen und amerikanischen Luftverteidigungssysteme, vor allem das »Arrow«-System, [unter Einsatzbedingungen] zu testen. Dieses israelische Raketenabwehrsystem (hebräischer Name: »Chetz«) wurde mit amerikanischer Hilfe entwickelt und soll insbesondere iranische Boden-Boden-Raketen abfangen.

Ende Dezember begann der Iran mit seinem zehntägigen Marinemanöver Velayst 90 in der Straße von Hormus (24.12.2011 bis 02.01.2012) sein eigenes »Kriegsspiel«.

Raketenabwehrübungen und Marinemanöver finden gleichzeitig statt. Während Israel und die USA größere Marinemanöver im Persischen Golf vorbereiten, kündigte Teheran umfangreiche Seemanöver für Februar an.

In der Region entfaltet sich eine beeindruckende Massierung von Soldaten und modernen Waffen- und Verteidigungssystemen.

Israel ist in der Zwischenzeit praktisch zu einem amerikanischen Militäraußenposten geworden. Die amerikanischen und israelischen Kommandostrukturen werden, begleitet von engen Konsultationen zwischen dem Pentagon und dem israelischen Verteidigungsministerium, integriert. Auch nach Beendigung der Manöver soll eine erhebliche Anzahl amerikanischer Soldaten in Israel stationiert bleiben.

Letztendlich ist Israel zu einer amerikanischen Schachfigur geworden.

Das israelische Volk ist das heimliche und verschwiegene Opfer der ehrgeizigen amerikanischen Bestrebungen, die auf eine Eroberung und »Rekolonisierung« – unter amerikanischem Mandat – des anglo-persischen Erdölimperiums hinauslaufen.

Die historische Entwicklung und Vorgeschichte der Kriegsplanung: »Kurzfristiger Kriegsschauplatz Iran« (Theater Iran Near Term, TIRANNT)

Die historische Entwicklung und Vorgeschichte der Kriegsplanung, zu der auch Kriegsspiele und Kriegssimulationen gehören, sind für das Verständnis der jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Persischen Golf unverzichtbar. Aktive Kriegsvorbereitungen gegen den Iran (unter Einbeziehung und Mitwirkung Israels und der NATO) wurden bereits im Mai 2003 nur einen Monat nach der Invasion und Besetzung des Iraks begonnen. Man muss sich klarmachen, dass von Beginn dieser Kriegsvorbereitungen an von amerikanischen Planern auch das Szenario eines Dritten Weltkriegs ins Auge gefasst wurde.

Eine Eskalation wurde in den Simulationen und den Kriegsspielen als feste Voraussetzung verankert.

Darüber hinaus wurde der Krieg gegen den Iran als Bestandteil eines »Global Strike«-Plans [das heißt als Teil einer Militärstrategie, die ein rasches, weltweites militärisches Eingreifen auch unter Einbeziehung von Atomwaffen und »neuartigen Waffen« vorsah] gesehen und geplant, zu dem auch die zentralisierte militärische Entscheidungsfindung und Koordination durch das US StrategicCommand (USSTRATCOM, das Regionalkommando, das für die gesamten Atomstreitkräfte aller Teilstreitkräfte der USA verantwortlich ist) gehören. 2003 wurden dann in einem Strategiedokument mit dem Namen »CONPLAN 8022« wesentliche Grundzüge dieser Doktrin ausgearbeitet. Der operationelle CONPLAN 8022 wird als »ein aktiver Plan« beschrieben, den Marine und Luftwaffe in konkrete »Angriffskonzepte und -planungen für ihre U-Boote und Bomber umsetzen«.

Im Mai 2003 wurde dann als Simulation ein Szenario großangelegter Luftangriffe auf den Iran mit der Bezeichnung »Theater IranNear Term« (TIRANNT) durchgespielt. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass zahllose Simulationen und Kriegsspiele immer noch der Geheimhaltung unterliegen.

In diesem Simulationsszenario wurden einige tausend [Angriffs-]Ziele im Iran als Teil eines Blitzkriegsangriffs nach dem Prinzip »Schrecken und Ehrfurcht« (»Shock and Awe«) ausgewählt. (Die Analyse in diesem Abschnitt basiert auf meinem früheren Artikel Theater Iran Near Term, der am 21. Februar 2007 auf der Internetseite Global Research veröffentlicht wurde.)

»Bereits als die amerikanischen Streitkräfte Anfang 2003 kurz vor dem Krieg mit dem Irak standen, hatte die Armee damit begonnen, die Optionen für einen umfassenden Krieg gegen den Iran zu erarbeiten. Diese Analyse mit der Bezeichnung TIRANNT, was für ›Theater Iran Near Term‹ stand, war mit einem Scheinszenario einerInvasion durch Marineinfanteristen und einer Simulation der iranischen Raketenstreitkräfte verbunden. Die amerikanischen und britischen Planer führten etwa zur gleichen Zeit ein Kriegsspiel in der Region des Kaspischen Meers durch. Bush wies das Strategische Kommando der USA (USSTRATCOM) an, einen›Global Strike‹-Kriegsplan für einen Angriff gegen die iranischenMassenvernichtungswaffen auszuarbeiten. All dies wird dann letztlich in einen neuen Kriegsplan für ›größere Kampfhandlungen‹ gegen den Iran einfließen, der nach Angaben  von dem Militär nahestehenden Quellen bereits in Entwurfsform vorliegt.

… Die Planungsstäbe der Armee und des US-Zentralkommandos haben im Rahmen von TIRANNT sowohl kurzfristige als auch auf Jahresfrist bezogeneKriegsszenarien gegen den Iran entwickelt, die alle Bereiche größererKampfhandlungen von der Mobilisierung und dem Einsatz der Streitkräfte biszu stabilisierenden Maßnahmen in der Nachkriegszeit nach einemRegimewechsel einbezogen.« (William Arkin, »The Pentagon Preps for Iran«, in:Washington Post, 16. April 2006, Hervorhebungen vom Autor)

Die TIRANNT-Simulationen unterscheiden sich aber in zwei wichtigen Aspekten von früheren (das heißt, vor 2003 konzipierten) Kriegsszenarien: 1. Sie erfolgten parallel zum Irakkrieg, und 2. entspricht die Blitzkriegsvoraussetzung, die TIRANNT zugrunde liegt, denjenigen Vorgaben, die für die intensiven Luftangriffe gegen den Irak vom März 2003 verantwortlich waren.

Die Luftangriffsszenarien im Rahmen von TIRANNT beschränken sich demnach nicht auf so genannte »chirurgische Schläge« gegen die iranischen Nukleareinrichtungen. Sie schließen ebenso ein »Invasionsszenario«, den Einsatz von Marineinfanteristen sowie die »Mobilisierung und den Einsatz von Streitkräften zu stabilisierenden Maßnahmen in der Nachkriegszeit nach einem Regimewechsel« ein.

Die Bewertung dieser Kriegsspiele ist für die Beurteilung der jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf von entscheidender Bedeutung, weil sie darauf verweist, dass es im Falle eines Angriffs auf den Iran praktisch unvermeidlich zu umfassenden und langanhaltenden Luftangriffen und einem Bodenkrieg kommen würde.

Wie Arkin bestätigte, begann die aktive Phase der militärischen Planungen in Bezug auf den Iran im März 2003, als »die Theoretiker und Geheimdienstspezialisten die Daten zusammentrugen, wie sie für eine großangelegte Szenarioanalyse  (die sich auf die Größenordnung eines Kriegsschauplatzes bezog) für den Iran erforderlich ist.« (siehe dazu: Arkin, a.a.O.) Im Oktober 2003 waren unterschiedliche Kriegsszenarien für einen Krieg gegen den Iran ausgearbeitet worden:

»Die amerikanische Armee, die Marine, die Luftwaffe und die Marineinfanteristen verfügten alle über ausgearbeitete Pläne für Kampfeinsätze und verbrachten vier Jahre mit dem Bau von Stützpunkten und Übungen für die ›Operation iranische Freiheit‹. Der neue USSTRATCOM-Chef Admiral Fallon hatte computergestützte Planungen unter dem Namen TIRANNT (Theatre Iran Near Term) übernommen.« (New Statesman, 19. Februar 2007)

In diesem Zusammenhang ist interessant, dass zeitgleich zur Umsetzung von TIRANNT 2004 die Lieferung von Rüstungsgütern und Waffensystemen an Israel aufgestockt wurde.

Militärbündnisse und die Simulation des Dritten Weltkriegs

Das Szenario eines Dritten Weltkriegs wurde seit der Zeit des Kalten Kriegs in zahllosen Simulationen und Planspielen kriegerischer Auseinandersetzungen durchgespielt. Wir verfügen über keine detaillierten Kenntnisse der geopolitischen Grundannahmen – wie eine Analyse der wichtigsten Kriegsteilnehmer, der Bündnisse und so weiter –, die den TIRANNT-Szenarien zugrunde liegen. Aber aus den verfügbaren Informationen lässt sich ablesen, dass die Simulationen auf einen offenen Krieg (Luftangriffe und Bodenoperationen) gegen den Iran hinausliefen, ohne allerdings mögliche Reaktionen der Verbündeten des Irans, vor allem Russlands und Chinas, zu berücksichtigen.

Im Jahr 2006 startete das Pentagon eine weitere Reihe von Simulationen mit der BezeichnungVigilant Shield 07, die von September bis Dezember 2006 durchgeführt wurden. Diese Simulationen beschränkten sich nicht auf einen einzelnen Kriegsschauplatz im Mittleren Osten wie im Falle von TIRANNT (Iran), sondern schlossen auch Russland, China und Nordkorea ein.

Das Vigilant Shield 07 zugrundeliegende Kernkonzept lautet »Global Strike« (»Weltweiter Schlag«). Vor dem Hintergrund der jüngsten Kriegsvorbereitungen gegen den Iran sollten die für den Ausbruch des Konflikts verantwortlichen Faktoren und Entwicklungen in den Kriegssimulationen von Vigilant Shield 07 sehr genau untersucht werden. Denn sie spiegeln die amerikanische Außenpolitik und Militärdoktrin der Regierungen Bush und Obama wider. Im Rahmen von VigilantShield 07 gehören Irmingham [Iran], Nemazee [Nordkorea], Ruebek [Russland] und Churya[China] zu den erklärten Feinden Amerikas.

Bei Vigilant Shield 07 handelt es sich um ein Szenario eines Dritten Weltkriegs, in dem Nordkorea eine aktive und aggressive Rolle spielt.

Die Modelle und Simulationen gehen von der Annahme aus, dass der Iran eine nukleare Bedrohung darstellt und dass Russland und Nordkorea – die mit dem Iran verbündet sind – Amerika angreifen wollen. Die USA und ihre Verbündeten reagieren darauf mit einem präemptiven (Verteidigungs-) Krieg. China ist in den Simulationen zwar als Bedrohung und Feind Amerikas beteiligt, ist aber bei den Angriffen auf Amerika nicht direkt beteiligt.

Die Kriegssimulationen beginnen zeitgleich mit einem gemeinsamen Luftverteidigungsmanöver des Irans und Russlands, auf das ein Kernwaffentest Nordkoreas folgt. Auch ein Terroranschlag in den USA ist in Vigilant Shield 07aufgrund der Annahme aufgeführt, dass die »Schurkenstaaten« der »Achse des Bösen« »nichtstaatliche« Terrororganisationen unterstützen. Darüber hinaus versucht man, Russland und den Iran auf der diplomatischen Ebene und über Medienkampagnen zu diskreditieren.

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Durchspielen derartiger Kriegsszenarien, in denen Amerika angegriffen wird, auch als internes Propagandainstrument gegenüber den höheren Rängen des Militärs, der Geheimdienste und beteiligter Regierungsbehörden gedacht ist, um in diesen Kreisen eine unerschütterliche Zustimmung zur Doktrin präemptiver Kriege dahingehend zu erreichen, dass die Bedrohung der »amerikanischen Heimat« real und daher präemptive Kriegsführung, auch unter Einsatz von Atomwaffen, als Instrument der Friedenserhaltung gegen »Schurkenstaaten« gerechtfertigt sei. Zudem trage diese Art der Friedenspolitik mittels präemptiver Kriegsführung zur Erhöhung und Bewahrung der weltweiten Sicherheit bei.

Irmingham [Iran], Nemazee [Nordkorea], Ruebek [Russland] und Churya [China]

Einzelheiten und Ablaufplanung (Hervorhebungen vom Autor):

» Der Weg in den Konflikt (RTC): 11. September bis 15. Oktober 2006

  • Erste Anzeichen und Warnung zu Anreicherungsprogrammen Irminghams
  • Erste Anzeichen für eine Beteiligung Ruebeks und Irminghams
  • Anzeichen und Warnungen zu Ruebek, Einsatz von U-Booten der amerikanischen Pazifikflotte [PACFLT]
  • Erste Anzeichen und Warnung zu Interkontinentalraketen Nemazees
  • Erste Anzeichen und Warnung zu MHLD  [vermutlich militärische Heimatverteidigung]
  • Strategische Operationen im Rahmen Informationstechnischer Kriegsführung [IO,Internetkriegsführung] gegenüber Ruebek und Churya
  • Ruebek und Irmingham veranstalten ein gemeinsames Luftverteidigungsmanöver.

 

Phase Eins / Einsatz: 4. bis 8. Dezember

  • Aktivitäten der Schurkenstaat-LRA (»Long Range Aviation«, LRA, bezieht sich auf die Einheiten der russischen Luftwaffe, die ähnlich wie das amerikanische Strategic AirCommand für Angriffe mit Nuklearwaffen auf sehr entfernte Ziele verantwortlich sind) im Zusammenhang mit dem Abschuss konventioneller luftgestützter Marschflugkörper
  • Anhaltende Beobachtung und Überwachung der strategischen Lage
  • Anhaltende Beobachtung und Überwachung der Lage in Nemazee
  • Mögliche Atomwaffentests
  • Wahrscheinliche Vorbereitung von Interkontinentalraketen [auf den Abschuss]
  • Anhaltende Beobachtung und Überwachung der MHLD
  • Fünf VOIs (Unter »Vessel of Interest«, VOI, versteht man Schiffe, die besondere Aufmerksamkeit verdienen, weil man zum Beispiel vermutet, dass sie Gefahrenstoffe transportieren oder an kriminellen oder anderen gefährlichen Aktivitäten beteiligt sind.)
  • VOIs mit chinesischer Flagge in einem holländischen Hafen verstärken Bedrohung fürRaketenabwehrsystem in Fort Greely [Startplatz für Raketenabwehrsysteme in Alaska]
  • Anhaltende Beobachtung und Überwachung der Informations [-technischen] Operationen (IO)
  • Nemazee startet am 8. Dezember eine Trägerrakete (SLV).

 

Phase Zwei (noch 42 Tage bis zum Beginn):

  • Nemazee verlagert weitere Interkontinentalraketen an die Abschusseinrichtungen.
  • Flugzeuge führen von RMOBs (den wichtigsten russischen Operationsbasen)  aus Langstrecken-Navigationsflüge durch.
  • Auf den RMOBs sind Aktivitäten im Zusammenhang mit nuklear bestückten Marschflugkörpern vom Typ AS-15 zu beobachten.

Noch 41 Tage:

  • Nemazee trifft an Startplatz 2 weitere Startvorbereitungen für Interkontinentalraketen.

Noch 40 Tage:

  • Aktivitäten in den Atomtest-Einrichtungen in Nemazee

Noch 35 Tage:

  • Außenministerium spricht Reisewarnungen aus.

Noch 30 Tage:

  • Ruebek: LRA beordert Flugzeuge nach Anadyr und Workuta.

Phase Zwei (noch 30 Tage):

  • Vorgehen Ruebeks wird international zunehmend verurteilt.
  • Ruebek setzt Unterseeboote ein.

Noch 20 Tage:

  • Nemazee beruft Reservisten ein.

Noch 14 Tage:

  • DOS verringert Ablaufplanung.

Noch 13 Tage:

  • Ruebek schließt Botschaft in Washington.

Noch elf Tage:

  • Nemazee betankt weitere Interkontinentalraketen.
  • Der ruebekische Präsident warnt in einer Erklärung vor einem möglichen Angriff der USA.

 

Phase Zwei (nochzehn Tage):

  • Der amerikanische Präsident spricht vor dem Kongress über die War Power Resolution.

Noch sechs Tage:

  • Ruebeks Präsident bezeichnet die Situation als »sehr ernst«.

Noch fünf Tage:

  • Aktivitäten im Zusammenhang mit konventionell bestückten Marschflugkörpern (CALCM) in Anadyr, Workuta und Tiksi
  • Ruebek: SS-25-Raketen (mobile nuklear bestückte Interkontinentalraketen) werden außerhalb ihrer Garnisonen eingesetzt.
  • Nemazee bereitet weitere Interkontinentalraketen auf wahrscheinlichen Abschuss vor.

Noch vier Tage:

  • Flugzeuge aus Ruebek dringen in die äußere Luftverteidigungs-Identifizierungszone (ADIZ) ein.
  • Im Verlauf dieses Eindringens kommt es in der Luft zu einem Zusammenstoß mit NORAD-Kampfflugzeugen.

Phase Zwei (noch vier Tage):

  • Ausrichtung und Höhe der Flugbahn der startbereiten Interkontinentalraketen Nemazees bedrohen die USA.

Noch drei Tage:

  • Bemühungen der NATO zur Beilegung der Krise scheitern.
  • Amerikanischer Botschafter in Ruebek wird zu Konsultationen zurückbeordert.
  • Amerikanischer Präsident hält Rede an die Nation.

Noch zwei Tage:

  • Führungskader Nemazees suchen neue [sichere] Quartiere auf.

Noch einen Tag:

  • Ruebek verweist die amerikanischen Diplomaten des Landes.

 

Phase Zwei / Ausführung: 10. bis 14. Dezember

  • Anzeichen und Warnungen vor Angriffen
  • Bevorstehender Terroranschlag auf das Pentagon lässt Inkrafttreten der Notfallpläne zur Aufrechterhaltung der Arbeit des Pentagon (COOP) ratsam erscheinen.
  • Nemazee greift USA mit zwei Interkontinentalraketen an.
  • Ruebek führt begrenzten strategischen Angriff auf die USA durch.
  • Erste Welle: acht Tupolew-95 (NATO-Kodename: Bear), Störung der Verteidigungsmaßnahmen mit konventionell bestückten Marschflugkörpern
  • Zweite Welle: begrenzte Angriffe mit Interkontinental- und U-Boot-gestützten ballistischen Raketen

Start zweier Interkontinentalraketen (ein Einschlag im Operationszentrum im Cheyenne Mountain;  eine Fehlfunktion)

Zwei U-Boot-gestützte ballistische Raketen werden in Küstennähe gestartet (ein Einschlag in der geheimen unterirdischen Militäreinrichtung im Bunker Raven Rockan der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Maryland und Pennsylvania; eine Fehlfunktion)

Drei Tupolew-95 von verstreuten Basen setzen luftgestützte Marschflugkörper gegen den Luftwaffenstützpunkt Eielson und gegen Einrichtungen der kanadischen NORAD in Cold Lake (Alberta) ein.

  • USA führen begrenzte Vergeltungsschläge gegen Ruebek durch.

Phase Zwei / Durchführung:

  • Ruebek bereitet weiteren Angriff auf die USA vor.
  • Dritte Welle: Vorbereitungen für zusätzliche strategische Angriffe

Neuausrichtung einer Interkontinentalrakete, kein Abschuss

Abschussvorbereitung  dreier U-Boot-gestützter Marschflugkörper in Küstennähe, kein Abschuss

Sechs Tupolew-95, Start und Rückkehr zum Stützpunkt, sechs luftgestützte Marschflugkörper, kein Abschuss«

[Quelle: Northern Command und William Arkin]

Gleichgültigkeit der westlichen Öffentlichkeit

Die Gleichgültigkeit der westlichen Öffentlichkeit, einschließlich von Teilen der amerikanischen Friedensbewegung, ist erschreckend und beunruhigend. Bisher wurden auf politischer Ebene noch keine Bedenken angesichts der zu erwartenden Folgen eines Angriffs seitens der USA, der NATO und Israels, möglicherweise unter Einsatz amerikanischer und/oder  israelischer Atomwaffen, auf ein Land, das selbst nicht über Kernwaffen verfügt, erhoben.

Zudem soll die Öffentlichkeit glauben gemacht werden, dass der Krieg auf »chirurgische Schläge« gegen die iranischen Nukleareinrichtungen beschränkt bleibe, und dass sich weder Russland noch China einmischen würden.

Der Krieg gegen den Iran und die damit verbundenen Gefahren einer Eskalation sind auf den Titelseiten der Nachrichtenmedien kein Thema. Die etablierten Medien vermeiden tiefergehende Analysen und Diskussionen über die Folgen derartiger Kriegspläne.

Das Fehlen einer öffentlichen Wahrnehmung dieser Gefahren, die Gleichgültigkeit der Friedensbewegung und die Schwäche organisierter gesellschaftlicher Bewegungen erhöhen unvermeidlich die Gefahr, dass dieser Krieg tatsächlich Realität wird und es zu dem Undenkbaren kommt: einem nuklearen Holocaust in weiten Teilen des Nahen und Mittleren Ostens sowie Zentralasiens mit Millionen ziviler Opfer.

Man sollte noch darauf hinweisen, dass es auch ohne den Einsatz von Kernwaffen zu einem nuklearen Albtraum kommen könnte. Die Bombardierung der kerntechnischen Anlagen und Einrichtungen des Irans mit konventionellen Waffen könnte zu einer katastrophalen nuklearen Verseuchung vom Ausmaß Tschernobyls und Fukushimas führen.

Oberstlt. a.D. Max Klaar VdS-Bundesvorsitzender.

In Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes meldet sich der VdS (Verband deutscher Soldaten – KHH.) satzungsgemäß in Treue zum deutschen Vaterland dann zu Wort, wenn diese in Gefahr sind. So auch heute, wo wir festzustellen haben, dass die Zahl derer wächst, die jedes Vertrauen in die Regierenden aber auch in die Oppositions-Führenden verloren haben. Ist es 5 Minuten vor 12 Uhr? Weit gefehlt, wir leben schon spät nach Mitternacht! Nicht nur Wahlenthaltung und Radikalisierung belegen das – sondern eben auch:

1. Ein Bundespräsident und mehrere Landesregierungs-Chefs laufen einfach weg und der neue Jüngling auf dem Präsidentenstuhl glänzte als erstes durch die Unfähigkeit zum Eintreten für die christlich-abendländischen Kultur gegen die laufende Islamisierung Deutschlands.

2. Der Bundestag erscheint als der Ort, in dem die Lebensfragen unseres Volkes NICHT mehr debattiert, geschweige denn zu dessen Wohle entschieden werden.

3. Die Regierung peitschte mit dem Argument angeblicher Alternativlosigkeit Euro-Stabilitäts-Gesetze durchs Parlament, wodurch sie die Ausplünderung der Deutschen ins Unermessliche heraufbeschwor. Sie wird insgesamt der Unfähigkeit geziehen. Viele im Volk wünschen sie deshalb zum Teufel, weil sie auf den vielschichtigsten Feldern Deutschlands Interessen nicht mehr vertritt.

4. Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass die Opposition keine besseren Lösungen anbietet.

5. Die Rechtsprechung ist dem Vorwurf der Grundrechtsunterdrückung da ausgesetzt, wo sich Bürger in Ausübung ihrer Meinungsäußerung und Informationsfreiheit z.B. durch den § 130 StGB vor dem Richterstuhl einzufinden haben; Zehntausende politische Prozesse belegen das.

Aber das große Unbehagen kriecht Michel erst den Kragen hoch, seitdem neuerdings Renten- und Pensionskürzungen, Zwangsabgaben auf Vermögen, weitere Steuererhöhungen für “Reiche” u.s.w. aus der fiskalischen Grusel-Mottenkiste diskutiert werden. In Zeiten anhaltender Maßlosigkeit des Staates und der Selbstbedienung seiner Politiker hat Michel nun Angst um seine Ersparnisse.

  • Die Währungs-, Finanz-, Banken-, Verschuldungskrise kam damit in den deutschen Familien-Haushalten an.
  • Der Sinn des wuchernden Sozialstaates und die aus ihm folgende Steuer- und Abgabenlast werden jetzt hinterfragt.
  • Die völlig verfehlte Ausländer-Politik und ungebremste Armuts-Zuwanderung Unqualifizierter zeigen den verarmenden Deutschen, dass ihr Einkommensrückgang und -mangel die direkte Folge davon sind.
  • Darüber hinaus klagen Bürger beim Bundesverfassungs-Gericht gegen die Europa-Politik der Bundesregierung, der sie Verrat nationaler Interessen bei der DM-Abschaffung, beim Abbau von Volkssouveränität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vorwerfen, was den Eindruck der Unfähigkeit von Regierenden und Volksvertretern verstärkt.

Michel ahnt, dass der Zug gegen die Wand gesteuert wird. Es dringt in sein Bewusstsein:

  • Deutschland hat im 66. Jahr nach Kriegsende noch immer keine volle Souveränität und keinen Friedensvertrag; deshalb wird ihm die Streichung der Feindstaatenklauseln der UN verweigert.
  • Eine im freien Willen zustande gekommene Verfassung wird den Deutschen vorenthalten, was den Eindruck andauernder Fremdherrschaft verstärkt. Stimmt etwa doch: “Demokratie ist Herrschaft durch Lüge.”? (1)
  • Die veröffentlichte Meinung orientiert sich an den Behauptungen der politischen Korrektheit, welche dem Wissen der Erlebnisgeneration Hohn sprechen.

MICHEL REGISTRIERT EIN MEDIENKARTELL, das keine Möglichkeit der Gegendarstellung einräumt – folglich als GEHIRNWÄSCHE-INSTITUTION ZUR UNTERDRÜCKUNG DER WAHRHEIT bewertet wird (vergleichen Sie hierzu im Anschluss mein Beschwerdeschreiben an die Vorsitzende des NDR-Verwaltungsrates vom 12.01.2011). “Ein halbleeres Glas Wein ist zwar auch ein halbvolles aber die halbe Wahrheit ist mitnichten nur eine halbe Lüge.” (2) – sondern eine faustdicke!

  • Das führt zu immer größerer Skepsis gegenüber dem Wahrheitsgehalt behaupteter “Offensichtlichkeiten” der jüngeren deutschen Geschichte. Eine “Wahrheit”, die nicht von allein aufrecht steht sondern ein Gesetz braucht, um Gegenmeinungen zu unterdrücken, wird als oktroyiert empfunden, folglich nicht akzeptiert und schon gar nicht geglaubt.
  • So beschleunigt sich die Geschichts-Revision, wobei interessanterweise ausländische Publikationen Deutschland immer häufiger entlasten. Internationalem Brauch zuwider halten unsere Kriegsgegner wohl gerade deshalb ihre Archive ängstlich unter Verschluss – was nichts anderes heißt als: “Den Deutschen darf die Wahrheit nicht bekannt werden.”
  • Offen Widersprechende werden durch “Das linke Netz” (3) zum Neo-Nationalsozialisten gestempelt, bis zur Existenzvernichtung angeprangert und auch physischer Gewalt ausgesetzt (4).

 

Michel erlebt beim Gang durch seinen Alltag:

  • Respektlosigkeit und Gewalt von Ausländern gegen deutsche Polizisten geraten außer Kontrolle; auf Ohnmacht staatlicher Autorität folgen immer anmaßendere Frechheiten und Forderungen von Zuwanderern. (5)
  • “Deutschland schafft sich ab” (6)und wird mit anderen Europäischen Ländern islamisiert, ohne das die nationalen Regierungen gegensteuern (7), wenn man von tapferen Versuchen der Schweizer und der Dänen einmal absieht.
  • Bestimmte Migrantengruppen plündern uns aus – der bisher verursachte Schaden geht in die Billion Euro. (8)

Wesentliche Medien schweigen beredt zu all diesen Problemfeldern – das Tabu der politischen Korrektheit liegt darüber. Und aus dem Ausland überraschte uns nun kürzlich noch:

  • Die USA stehen wegen schwindelerregender Verschuldung nach den Aussagen ihres Finanzministers vor der Zahlungsunfähigkeit! Der US-Senat wird sicher schnell den Schuldenrahmen weiter und weiter erhöhen, bis er da ist – DER KNALL! Lange vorhergesagt. Es ist schon so: “Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve.” (9)
  • Wie werden die Auswirkungen auf den Rest der Welt sein? Was folgt für Euro-Land, das selber die Schulden- und Banken-Krise mit immer neuen Schulden beantwortet – folglich nicht in den Griff bekommt?
  • Die Kriegsvorbereitungen gegen den Iran dauern an, was vor der Weltöffentlichkeit ver- und beschwiegen wird. (10)

NUN FRAGT MICHEL SICH NATÜRLICH:

  • Warum fördern die USA das zu diesem Krieg drängende Israel dafür auch noch mit Waffen und bringen große Teile ihrer Flotte vor den Iran? Flüchten sich die USA wegen ihrer Wirtschaftsschwierigkeiten abermals in einen Welt-Krieg? (11) Dabei ist der Zweite ja noch nicht einmal vorbei, schließlich herrscht nur Waffenstillstand, was den Alliierten ermöglicht, “ihre Rechte” in Deutschland im Falle des Falles wahrzunehmen.

Das glauben Sie nicht? Lesen das Grundgesetz: Art 139:

“Die zur ‘Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus’ erlassenen Rechtsvorschriften werden von den Bestimmungen dieses Grundgesetzes nicht berührt.”

Und wer sich damit auseinandersetzt,

  • versteht, warum Madam Merkel Deutschland – entgegen der nationalen Interessen – auf des Existenzrecht Israels verpflichtete und uns damit in den wohl kommenden Krieg hineinschwadronierte, was eine politische Dummheit allererster Ordnung darstellt;
  • erkennt, warum unsere Wehrpflicht nun faktisch abgeschafft ist und die Bundeswehr damit – gegen das Grundgesetz-Gebot “Der Bund stellt Streitkräfte zu SEINER VERTEIDIGUNG auf – endgültig zum Spielball der außenpolitischen Interessen unserer Kriegsgegner “transformiert” wird, um an deren Nasenring dem verlogenen Geschäft der weltweiten “Wahrung bzw. Verwirklichung von Demokratie, Menschenrechten und Freiheit” zu dienen. Das schützen die Weltmächte immer dann vor, wenn sie Bodenschätze sichern und ausbeuten wollen; ansonsten sind ihnen diese hehren Werte ziemlich wurscht, wie wir bis auf unsere Tage aus den Folterkammern allerchristlichster Nationen und manches ihrer Geheimdienste erfahren durften.

Michel versteht damit erst den Sinn der Tatsachen-Unterdrückung zur Deutschen Geschichte, mit der ihn die ganze Umerziehungs-Maschinerie der politischen Korrektheit von der Schule über die Universität bis zur tagtäglichen Berieselung durch Presse, Rundfunk und Fernsehen “beglückt”.

Michel bewertet das als die Fortsetzung der psychologischen Kriegführung gegen das deutsche Volk.
Je länger der Waffenstillstand dauert, je mehr Revisionstexte auf den Markt kommen, desto mehr drängen die Meinungs-Diktatoren auf die abstruseste Geschichtsfälschung – dafür mag DER SPIEGEL ein Beispiel sein, der zum 01.09.2009 titelte: “1. Sep 1939 – Als Deutschland die Welt überfiel”. Eine ungeheuerliche Lüge! Was für eine miserable Entgleisung des Journalismus. Wessen Geschäft besorgen solche Schreiber? Jedenfalls nicht das unseres Deutschen Volkes.

Ein Narr, wer glaubt, aus dem “Land der Freien und Frommen – dem herrlichen Herrmannsland” ein Land von Heloten machen zu können. Deutsche schweigen, wo ihnen Anderes unmöglich ist, aber sie hüten das Wurzelwerk ihrer Geschichte und stehen aufrecht vor ihr; der neue Spross wird daraus treiben! Deutschland ist so unendlich viel mehr als die Ereignisse aus 12 national-sozialistischen Jahren, über die zu erfahren den Deutschen nur in Verzerrungen erlaubt wird.

 So legte die politische Korrektheit “Mehltau auf unser Land”.

Wehe, wenn Sturm ihn verbläst!

 
max klaar

Anmerkungen:
(1) Der in den USA lebende Nationalökonom Joseph Alois Schumpeter (1883-1950) war in den 20er Jahren österreichischer Finanzminister. Er formulierte diesen Satz 1936.

(2) Jean Cocteau (1889-1963)

(3) Felix Krautkrämer, “Das linke Netz” – Das Zusammenspiel zwischen der Wochenzeitschrift “DIE ZEIT”, dem Netz gegen Nazis, der Bundeszentrale für politische Bildung und der linksextremen Szene, ISBN 9783-929886-35-1, “JUNGE FREIHEIT”-Verlag, 2010

(4) Prof. Dr. Hans-Helmuth Knütter, “Antifaschismus” Der geistige Bürgerkrieg, März 2010, zu beziehen über: Die Deutschen Konservativen, Beethovenstr. 60, 22083 Hamburg.

(5) Dazu in dieser Ausgabe Manus Hohenstein: Die Schicksalsstunde der europäischen Völker (“Soldat im Volk” Jan./Febr. 2011, zu erhalten bei Verband deutscher Soldaten (VdS), Rheinallee 55, D-53173 Bonn)

(6) Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab – Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.

(7) Udo Ulfkotte, SOS Abendland – Die schleichende Islamisierung Europas, Kopp-Verlag.

(8) Udo U1fkotte, Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. – Armut für alle im “lustigen Migrantenstadl”,
Kopp-Verlag.

(9) Torsten Hinz, Zeitbombe Euro, in “JUNGE FREIHEIT”, Ausgabe 48/2010.

(10) Ralph Hübner, Präsident des Verwaltungsrates WHO IS WHO WORLD SOCIETY, www.whoiswho-world-society.ch

(11) Jürgen Elsässer (Hg.), IRAN – Fakten gegen westliche Propaganda, ISBN 978-3-89706-414-0, Kai Homilus Verlag.

Quelle: Soldat im Volk, Nr. 1/2011, Verband deutscher Soldaten (VdS), Rheinallee 55, D-53173 Bonn.

Kommentar von Karl-Heinz Heubaum:

Die hier von Oberstlt.a.D. Klaar kritisierte Fernseh-Sendung “Der Überfall” wurde im WIDERHALL auch von Frau Karin Zimmermann scharf bemängelt. Unter der Überschrift “Das Geschwätz vom Überfall” trat sie praktisch den Beweis des Gegenteils an. Der Einmarsch deutscher Truppen war eine folgerichtige Handlung auf die Provokationen Polens.


Original und Kommentare unter:
http://karl-heinz-heubaum.homepage.t-online.de/59wh-kla.htm

Quelle: Soldat im Volk, Nr. 1/2011, Verband deutscher Soldaten (VdS), Rheinallee 55, D-53173 Bonn.

Veröffentlicht in Deutschland / BRD GmbH

http://www.compact-magazin.com/

Premiere des ersten Januarausgabe des noch jungen politischen Magazines COMPACT. Chefredakteur Jürgen Elsässer referierte im Berliner Viethaus über die Propaganda gegen den Iran. Wie bereits beim Kosovokrieg, nimmt Autor Jürgen Elsässer eine ganz eigenständige Position ein, welche sich im tobenden Medienkarussel nicht darbietet. Überzeugt euch selbst anhand der dargebotenen Fakten.

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2011/12/28/israel-plant-iran-krieg-tehe...

Bücher
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http://juergenelsaesser.wordpress.com/iran-fakten-gegen-westliche-propaganda/
http://juergenelsaesser.wordpress.com/buch-info-kriegslugen/
http://juergenelsaesser.wordpress.com/buchinfo-afghanistanpakistan/

Donnerstag, den 12. Januar 2012 um 12:53 Uhr

Schon wieder Kill-Operation des MOSSAD im Iran?

COMPACT-Magazin aktuell: Die Alternative des Mossad

Am heutigen Mittwoch hat erneut der MOSSAD in Teheran zugeschlagen. Der Nuklearforscher  Mostafa Ahmadi Roschan überlebte ein Attentat mit einer Autobombe nicht. Ein  Motorradfahrer hatte einen magnetischen Sprengdatz unter dem den Wagen des Universitätsprofessors befestigt, berichtete die halbstaatliche Nachrichtenagentur Fars. Sie berief sich auf Zeugenaussagen. Das Muster ähnelt vorherigen Anschlägen auf iranische Atomwissenschaftler. Roschan war mit zwei weiteren Menschen unterwegs. Diese wurden durch die Explosion verletzt. Reuters berichtete von insgesamt zwei Toten. Roschan leitete nach iranischen Agenturberichten eine Abteilung der Urananreicherungsanlage in Natans nahe Isfahan. Die dortige Anlage steht unter ständiger (auch unangesagter) Kontrolle durch die internationale Atimenergiebehörde IAEO, die die Einhaltung des Sperrvertrages überprüft. Trotz dieser lückenlosen Überwachung erhaben die NATO-Staaten und Israel den Vorwurf, dass in Natans an Atomwaffen gearbeitet werde.

Die Mossad-Politik der Anschläge ist Ausdruck eines Machtkampfes innerhalb der israelischen Führung. Lesen Sie dazu (unten) den Artikel des Israel-Spezialisten Ludwig Watzal in der aktuellen Ausgabe von COMPACT-Magazin. Zusätzlich zum Thema Nahost in COMPACT 1/2012: „Frau Merkel hat sich Israel verpflichtet“. Interview mit dem jahrzehntelangen Repräsentanten der Palästinenser in Deutschland, Abdullah Frangi. COMPACT bestellen oder abonnieren kann man hier.

(Auszug- gekürzt – aus COMPACT, Januar 2010:)

Die Alternative des MOSSAD
Die israelische Regierung befürwortet mehrheitlich einen Militärschlag gegen Iran, doch der Geheimdienst lehnt ihn ab. Er bevorzugt Terroranschläge auf Nuklearanlagen und die Ermordung von Wissenschaftlern.  

Von Ludwig Watzal

Der „Krieg“ gegen den Iran ist bereits voll im Gange. Israel und die USA führen schon seit Jahren einen verdeckten Krieg, der auf die politische Destabilisierung Irans hinausläuft. Einige mysteriöse Vorgänge wie die Explosion auf  einem mutmaßlichen Raketentestgelände der Revolutionsgarden am 12. November 2011, bei der neben 17 Iranern auch ein hochrangiger General ums Leben kann, die Ermordung einiger iranischer Nuklearwissenschaftler oder die Sabotage von Atomanlagen durch den „Stutnex“-Virus werden von Kennern der Szene dem Mossad oder dem US-Geheimdienst CIA zugeschrieben. Obgleich der Mossad nie öffentlich die Verantwortung für die Vorgänge übernommen hat, kommt sein Schweigen zu all den obskuren Aktionen einer stillschweigenden Zustimmung gleich.

(…) 
Gegen einen Militärschlag haben sich besonnenere Kräfte innerhalb des israelischen Sicherheitsestablishments ausgesprochen. Zu ihnen gehören Meir Dagan, der bis vor einigen Monaten noch Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad war, Gabi Ashkenazi, Ex-Generalstabschef, sowie Yuval Diskin, ehemaliger Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet. Glaubt man Medienberichten, so ist fast das gesamte Sicherheitsestablishment des Landes gegen einen Angriff. Von der so genannten zionistischen Linken wie der Meretz-Partei oder anderen Friedenskräften hört man dagegen keinen Protest gegen die Angriffsdrohungen.

Dagans öffentliche Kritik hat besonderes Gewicht. Er war es, der seit 2001 den Mossad fast ausschließlich auf die Bekämpfung des Iran ausgerichtet hat. Seine Spezialität sei es, den Kopf eines Arabers von dessen Körper zu trennen, soll Ariel Scharon einmal über seinen einstigen Protegé Dagan gesagt haben. Die beiden Männer lernten sich in den frühen 70er-Jahren kennen, als Scharon General war und Dagan eine Antiterror-Sondereinheit führte. Als Mossad-Chef war er unter anderem verantwortlich für eine Operation Ende Januar 2010,  bei der Hamas-Waffenbeschaffer Mahmud Mabhuh aller Wahrscheinlichkeit nach von einem Mossad-Killerkommando in Dubai hingerichtet wurde.  Peinlich für Dagan war allerdings, dass Überwachungskameras seine Agenten filmten und dass ihre gefälschte Pässe (darunter auch deutsche) zu diplomatischen Protesten führten. Nach seiner Pensionierung schwimmt der Ex-Geheimdienstler aber auf einer Woge der Popularität, angeblich will er sogar in die Politik gehen.

Eine Angriffs auf Iran hält Dagan für „töricht“, weil er zu einem regionalen Krieg mit unabsehbaren Konsequenzen führen werde. Das iranische Nuklearprogramm würde nur kurzfristig zurückgeworfen, und die Führung des Landes würde umso entschlossener das Nuklearprogramm vorantreiben. Ein weiterer Ex-Mossad-Chef, Ephraim Halevy, erklärte, dass Iran keine existenzielle Bedrohung für Israel darstelle und fuhr fort: „Der Staat Israel kann nicht zerstört werden, aber ein Angriff Israels auf Iran könnte nicht nur Israel, sondern die ganze Region für 100 Jahre beeinträchtigen.“ Längerfristige Überlegungen sprechen ebenfalls gegen einen Angriff. So hat der jetzige Sicherheitsberater Netanyahu, Yaakov Amidror, vor einigen Jahren auf einer Konferenz an der Universität von Tel Aviv erklärt, dass ein Angriff alle zukünftigen iranischen Regierung verpflichten würde, die offene Rechnung mit Israel zu begleichen.

(Vollständige Fassung nur in der COMPACT-Printausgabe.)

http://juergenelsaesser.wordpress.com/2012/01/11/schon-wieder-kill-operation-des-mossad-im-iran/

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